Grundsteuer Brandenburg Rechner 2026
Grundsteuer in Brandenburg berechnen nach dem Bundesmodell: Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz. Die Hebesätze reichen unter den größten Städten aktuell von 210 % (Falkensee) bis 561 % (Frankfurt (Oder)). Geben Sie Ihren Grundsteuerwert, die Immobilienart und den Hebesatz Ihrer Gemeinde ein — alle Berechnungen erfolgen lokal in Ihrem Browser.
Der Grundsteuer Rechner Brandenburg ist ein kostenloses Werkzeug, das aus Grundsteuerwert, Immobilienart und gemeindlichem Hebesatz die jährliche Grundsteuer nach dem Bundesmodell ermittelt. Er rechnet vollständig im Browser, ohne Anmeldung, und zeigt neben dem Jahresbetrag auch die vier Quartalsraten nach § 28 GrStG.
So funktioniert der Grundsteuer Rechner Brandenburg
Geben Sie Ihren Grundsteuerwert, die Immobilienart und den Hebesatz in das Formular oben ein. Der Rechner ermittelt sofort den Steuermessbetrag sowie die jährliche, vierteljährliche und monatliche Grundsteuer nach dem Bundesmodell. Alle Berechnungen laufen direkt in Ihrem Browser — es werden keine Daten an einen Server gesendet.
Grundsteuer in Brandenburg nach dem Bundesmodell
Brandenburg wendet das Bundesmodell zur Berechnung der Grundsteuer an. Der Grundsteuerwert wird vom Finanzamt anhand von Bodenrichtwert, Grundstücksfläche, Gebäudeart, Baujahr und statistischer Nettokaltmiete ermittelt. Darauf wird die Steuermesszahl nach § 15 GrStG angewendet: 0,31 ‰ für Wohngrundstücke (Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke, Wohnungseigentum) und 0,34 ‰ für Nichtwohngrundstücke. Der so ermittelte Steuermessbetrag wird mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert (§ 25 GrStG).
Als Flächenland mit ländlichen Regionen und wachsenden Berliner Umlandgemeinden zeigt Brandenburg eine besonders große Spreizung der Hebesätze — unter den größten Städten aktuell von 210 % in Falkensee bis 561 % in Frankfurt (Oder). Die Reform hat in Brandenburg besonders deutliche Auswirkungen, da die alten Einheitswerte noch auf den Werten von 1935 basierten.
Hebesätze 2026 in Brandenburg: Tabelle der größten Städte
Jede Gemeinde legt ihren Hebesatz per Satzung selbst fest. Die folgenden Hebesätze zur Grundsteuer B gelten ab dem Steuerjahr 2025 und sind, sofern die Gemeinde keinen neuen Beschluss fasst, auch 2026 maßgeblich (Stand: Juli 2026, Quellen: amtliche Hebesatzsatzungen bzw. Webseiten der Städte):
| Gemeinde | Hebesatz Grundsteuer B | Hinweis |
|---|---|---|
| Frankfurt (Oder) | 561 % | Hebesatzsatzung vom 04.12.2025, rückwirkend ab 01.01.2025 |
| Cottbus | 540 % | Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 26.02.2025 |
| Brandenburg an der Havel | 530 % | Hebesatzsatzung, in Kraft ab 01.01.2025 |
| Bernau bei Berlin | 400 % | einheitlicher Hebesatz laut Stadt Bernau |
| Potsdam | 330 % | gesenkt von zuvor 545 % |
| Oranienburg | 270 % | Grundsteuer A: 300 % |
| Falkensee | 210 % | festgesetzt für 2025–2026, zuvor 400 % |
Auffällig: Im Berliner Umland mit hohen Bodenrichtwerten (Falkensee, Oranienburg, Potsdam) liegen die Hebesätze nach der Reform niedrig, weil die stark gestiegenen Grundsteuerwerte bereits höhere Messbeträge erzeugen. Städte mit niedrigeren Bodenwerten wie Frankfurt (Oder) oder Cottbus brauchen dagegen hohe Hebesätze, um ihr Aufkommen zu halten. Den amtlichen Hebesatz jeder brandenburgischen Gemeinde finden Sie im Hebesatzregister der Finanzämter des Landes Brandenburg. Für Grundstücke in Berlin gilt ein eigener, stadtweiter Hebesatz — nutzen Sie dafür unseren Grundsteuer Rechner Berlin.
Rechenbeispiel: Bundesmodell mit Brandenburger Hebesatz
So berechnen Sie die Grundsteuer für ein Einfamilienhaus in Potsdam mit einem vom Finanzamt festgestellten Grundsteuerwert von 250.000 €:
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Grundsteuerwert (lt. Bescheid des Finanzamts) | 250.000 € |
| × Steuermesszahl 0,31 ‰ (§ 15 GrStG) = Steuermessbetrag | 77,50 € |
| × Hebesatz Potsdam 330 % = Grundsteuer pro Jahr | 255,75 € |
| Vierteljährliche Rate (§ 28 GrStG) | 63,94 € |
Derselbe Grundsteuerwert kostet in Cottbus mit 540 % Hebesatz 418,50 € pro Jahr — der Hebesatz Ihrer Gemeinde macht also den entscheidenden Unterschied. Geben Sie oben einfach Ihren eigenen Grundsteuerwert und Hebesatz ein.
Grundbesitzabgaben: mehr als nur Grundsteuer
Viele Brandenburger Städte — etwa Frankfurt (Oder) und Cottbus — verschicken einen kombinierten Grundbesitzabgabenbescheid. Er umfasst neben der Grundsteuer auch kommunale Gebühren wie Straßenreinigung, Abfallentsorgung und Niederschlagswasser. Wer nach einem „Grundbesitzabgaben Rechner" sucht, kann mit diesem Tool den Grundsteuer-Anteil exakt berechnen; die Gebührenanteile richten sich nach den Gebührensatzungen Ihrer Gemeinde und stehen betragsgenau in Ihrem Bescheid.
Besonderheiten für Brandenburger Eigentümer
Brandenburg hat als ostdeutsches Bundesland eine besondere Ausgangslage: Die bisherigen Einheitswerte basierten auf Werten von 1935, da nach der Wiedervereinigung keine Aktualisierung auf die Werte von 1964 (West) erfolgte. Die Reform 2025 bringt daher in vielen Fällen deutliche Veränderungen der Steuerlast. Eigentümer in Gebieten mit stark gestiegenen Bodenrichtwerten — insbesondere im Berliner Umland — können mit einer höheren Grundsteuer rechnen, während Eigentümer in strukturschwachen Regionen möglicherweise entlastet werden.
Grundsteuer A, B und C in Brandenburg: welcher Hebesatz gilt für Sie?
Brandenburger Gemeinden setzen nicht einen, sondern bis zu drei Hebesätze fest. Grundsteuer A gilt für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, Grundsteuer B für alle übrigen bebauten und unbebauten Grundstücke — das ist der Satz, den die meisten Eigentümer brauchen und den der Rechner oben erwartet. Seit dem 1. Januar 2025 erlaubt § 25 Abs. 5 GrStG zusätzlich eine Grundsteuer C: einen höheren, gesonderten Hebesatz allein auf baureife, aber unbebaute Grundstücke, mit dem Gemeinden Bauland mobilisieren wollen. Die Grundsteuer C ist eine freiwillige Option — sie greift nur, wenn Ihre Gemeinde sie ausdrücklich per Satzung beschlossen hat, und ist in Brandenburg bislang die Ausnahme. Prüfen Sie deshalb im Kopf Ihres Bescheids, welche Kategorie (A, B oder C) dort steht, und tragen Sie genau den zugehörigen Prozentsatz ein. Ein häufiger Fehler: Eigentümer eines Gartengrundstücks setzen den niedrigeren A-Hebesatz an, obwohl das Finanzamt das Grundstück als Grundvermögen und damit unter Grundsteuer B eingeordnet hat.
Tipps für Grundstückseigentümer in Brandenburg
Prüfen Sie Ihren Grundsteuerwertbescheid besonders sorgfältig auf korrekte Angaben. In Brandenburg ist es wichtig, den Bodenrichtwert mit den tatsächlichen Marktverhältnissen vor Ort zu vergleichen. Bei Unstimmigkeiten legen Sie innerhalb eines Monats Einspruch beim zuständigen Finanzamt ein. Nutzen Sie unseren Rechner, um die Auswirkungen verschiedener Hebesätze auf Ihre Grundsteuer zu berechnen und sich auf die Zahlungen vorzubereiten.
Zu hoher Grundsteuerwert? Der BFH lässt den Nachweis eines niedrigeren Werts zu
Das Bundesmodell bewertet pauschal — Bodenrichtwert, Fläche, Baujahr und statistische Nettokaltmiete. Wo der Bodenrichtwert einer Zone nicht zum konkreten Grundstück passt, etwa bei Hanglage, Altlasten, Denkmalschutzauflagen oder einem sanierungsbedürftigen Altbau im Berliner Umland, kann der festgestellte Grundsteuerwert deutlich über dem tatsächlichen Wert liegen. Bis 2024 sah das Bundesmodell dafür keine Öffnungsklausel vor.
Mit den Beschlüssen vom 27. Mai 2024 (II B 78/23 und II B 79/23, jeweils AdV) hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Eigentümer im Einzelfall den Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts führen können. Voraussetzung ist, dass der tatsächliche Wert den festgestellten Grundsteuerwert so deutlich unterschreitet, dass sich der festgestellte Wert als erheblich über das normale Maß hinausgehend erweist. Eine feste Prozentgrenze nennt der BFH nicht; in der Praxis orientieren sich Berater an einer Abweichung von rund 40 %. Beide Beschlüsse ergingen im Eilverfahren (Aussetzung der Vollziehung) und entscheiden die Verfassungsfrage noch nicht.
Praktisch heißt das: Einspruch gegen den Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts einlegen — nicht gegen den Grundsteuerbescheid der Gemeinde, denn der Wert wird auf der ersten Stufe festgestellt. Die Einspruchsfrist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe. Als Nachweis dient in der Regel ein Verkehrswertgutachten oder ein zeitnaher Kaufpreis für dasselbe Grundstück. Rechnen Sie die Gutachterkosten gegen die mögliche jährliche Ersparnis: bei einem Falkenseer Hebesatz wirkt eine Wertminderung anders als bei 561 % in Frankfurt (Oder). Aktualisiert 2026-08-31.
Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20 · Grundlage: Grundsteuerreform 2025 (Bundesmodell) nach dem Grundsteuergesetz — Steuermesszahlen § 15 GrStG, Hebesatzrecht der Gemeinden § 25 GrStG, Fälligkeit § 28 GrStG. Hebesätze laut amtlichen Hebesatzsatzungen bzw. Webseiten der Städte Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Oranienburg, Falkensee und Bernau bei Berlin sowie dem Hebesatzregister der Finanzämter des Landes Brandenburg (Ministerium der Finanzen und für Europa). Maßgeblich für Ihre Steuer ist der Grundsteuerwertbescheid Ihres Finanzamts.
Frequently Asked Questions
Wie kann ich die Grundsteuer in Brandenburg berechnen?
Grundsteuer = Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz der Gemeinde. Die Steuermesszahl beträgt nach § 15 GrStG 0,31 ‰ für Wohngrundstücke (Ein-/Zweifamilienhaus, Mietwohngrundstück, Wohnungseigentum) und 0,34 ‰ für Nichtwohngrundstücke. Beispiel Potsdam: 250.000 € × 0,31 ‰ = 77,50 € Steuermessbetrag × 330 % Hebesatz = 255,75 € Grundsteuer pro Jahr.
Welches Grundsteuer-Modell gilt in Brandenburg?
Brandenburg verwendet das Bundesmodell (wertabhängig). Der Grundsteuerwert wird vom Finanzamt anhand von Bodenrichtwert, Grundstücksfläche, Gebäudeart, Baujahr und statistischer Miete ermittelt. Das Ergebnis wird mit der Steuermesszahl und dem gemeindlichen Hebesatz multipliziert.
Wie hoch ist der Hebesatz in Brandenburg 2026?
Jede Gemeinde legt ihren Hebesatz selbst fest (§ 25 GrStG). Seit der Reform gelten für die Grundsteuer B u. a.: Frankfurt (Oder) 561 %, Cottbus 540 %, Brandenburg an der Havel 530 %, Bernau bei Berlin 400 %, Potsdam 330 %, Oranienburg 270 %, Falkensee 210 % (Stand: Juli 2026, Steuerjahr ab 2025). Verbindlich ist das Hebesatzregister der Finanzämter des Landes Brandenburg.
Was sind Grundbesitzabgaben und wie berechne ich sie?
Grundbesitzabgaben sind alle Abgaben, die die Gemeinde für ein Grundstück erhebt: die Grundsteuer plus kommunale Gebühren wie Straßenreinigung, Abfallentsorgung und Niederschlagswasser. Viele Brandenburger Städte verschicken dafür einen gemeinsamen Grundbesitzabgabenbescheid. Dieser Rechner ermittelt den Grundsteuer-Anteil; die Gebühren entnehmen Sie Ihrem Bescheid oder der Gebührensatzung Ihrer Gemeinde.
Wie hoch ist die Grundsteuer in Oranienburg?
Oranienburg hat den Hebesatz für die Grundsteuer B auf 270 % festgesetzt (Grundsteuer A: 300 %). Multiplizieren Sie den Steuermessbetrag aus Ihrem Bescheid des Finanzamts mit dem Faktor 2,7. Beispiel der Stadt Oranienburg: 85 € Steuermessbetrag × 2,7 = 229,50 € Grundsteuer pro Jahr.
Warum ändert sich die Grundsteuer in Brandenburg besonders stark?
Die bisherigen Einheitswerte in Brandenburg basierten auf Werten von 1935 (Ost). Die Reform 2025 aktualisiert diese auf aktuelle Marktwerte. Besonders in Gebieten mit stark gestiegenen Bodenrichtwerten — etwa im Berliner Umland — kann sich die individuelle Steuerlast deutlich verschieben, auch wenn die Gemeinde insgesamt aufkommensneutral bleibt.
Kann ich in Brandenburg Einspruch gegen die Grundsteuer einlegen?
Ja, gegen den Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts können Sie innerhalb eines Monats nach Zustellung Einspruch einlegen. Prüfen Sie besonders Grundstücksfläche, Bodenrichtwert und Wohnfläche. Der Einspruch kann schriftlich oder elektronisch (z. B. über ELSTER) bei Ihrem zuständigen Finanzamt eingereicht werden.
Wann muss die Grundsteuer in Brandenburg bezahlt werden?
Die Grundsteuer wird nach § 28 GrStG vierteljährlich fällig: am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Auf Antrag (bis 30. September des Vorjahres) kann sie am 1. Juli in einem Jahresbetrag entrichtet werden. Die neuen Beträge nach der Reform gelten seit dem 1. Januar 2025.
Was ist der Unterschied zwischen Grundsteuer A, B und C?
Grundsteuer A gilt für land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Grundsteuer B für alle übrigen Grundstücke — das ist der übliche Fall. Seit 2025 dürfen Gemeinden nach § 25 Abs. 5 GrStG zusätzlich eine Grundsteuer C mit höherem Hebesatz auf baureife, unbebaute Grundstücke erheben. Welche Kategorie für Sie gilt, steht im Kopf Ihres Grundsteuerbescheids.
Was mache ich, wenn ich den Hebesatz meiner Gemeinde nicht kenne?
Der Hebesatz steht auf Ihrem Grundsteuerbescheid der Gemeinde und in der jeweiligen Hebesatzsatzung, die die Kommunen im Amtsblatt und auf ihrer Webseite veröffentlichen. Verbindlich ist außerdem das Hebesatzregister der Finanzämter des Landes Brandenburg. Für die größten Städte finden Sie die aktuellen Sätze in der Tabelle oben.
Kann ich gegen einen zu hohen Grundsteuerwert vorgehen?
Ja. Der Bundesfinanzhof hat mit den Beschlüssen vom 27. Mai 2024 (II B 78/23 und II B 79/23, AdV) entschieden, dass im Einzelfall der Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts möglich ist, wenn der tatsächliche Wert den festgestellten Grundsteuerwert erheblich über das normale Maß hinausgehend unterschreitet. Eine feste Prozentgrenze nennt der BFH nicht; in der Praxis wird an rund 40 Prozent Abweichung angeknüpft. Als Nachweis dient meist ein Verkehrswertgutachten oder ein zeitnaher Kaufpreis.
Gegen welchen Bescheid muss ich Einspruch einlegen?
Gegen den Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts, nicht gegen den Grundsteuerbescheid der Gemeinde. Der Wert wird auf der ersten Stufe festgestellt, die Gemeinde wendet darauf nur noch ihren Hebesatz an — ein Einspruch gegen den Gemeindebescheid kann den Wert also nicht korrigieren. Die Einspruchsfrist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe des Bescheids.
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